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Mastzelltumoren bei Hunden

14 Nov 2021

Mastzelltumoren sind eine der häufigsten Tumorarten, die beim Hund diagnostiziert werden. Häufig treten sie als Hautkrebs auf, können aber auch andere Körperteile betreffen. Auch wenn sie jede Rasse befallen können, leiden Boxer, Bull Terrier, Boston Terrier und Labrador Retriever häufiger unter Mastzelltumoren als andere Rassen.

Die Hautform von Mastzelltumoren kann auf dem ganzen Körper auftreten und hat häufig eine kuppelartige Form. Oftmals erscheint die Haut an diesen Stellen leicht gerötet im Vergleich zur umgebenden Hautfarbe. Einige verändern sich über Wochen und Monate hinweg scheinbar gar nicht, während andere sehr plötzlich auftreten und in kurzer Zeit signifikant wachsen können. Auch wenn es selten ist, können aus Mastzellen entwickelte Hauttumoren auch in die inneren Organe metastasieren, also streuen.

Anfangs werden diese Tumoren oft fälschlicherweise für Insektenstiche, Warzen oder andere harmlose Hautveränderungen gehalten. Deswegen sollte JEDE Hautveränderung durch einen Tierarzt beurteilt werden. Wenn der Verdacht auf einen Mastzelltumor besteht, kann entweder ein Feinnadelaspirat (eine Probe, die mit Hilfe einer Kanüle genommen wird) oder eine Biopsie (nach chirurgischer Entfernung) im Labor untersucht werden, um eine Einschätzung der Art und Bösartigkeit der Veränderung zu ermöglichen. Ursprünglich wurde der Tumor daraufhin durch histologische Untersuchung in verschiedene Grade unterteilt, indem die Zellen mikroskopisch untersucht wurden. Der tiermedizinische Fortschritt ermöglicht heute eine sinnvollere Einschätzung durch die Einbeziehung weiterer Faktoren, wie Ki-67, einen Marker, der eine weit objektivere Beurteilung und Prognose ermöglicht. Praktische Tierärztinnen und Tierärzte können die Proben in spezielle Labore einsenden und durch Fachleute untersuchen lassen, um besser einschätzen zu können, ob eine Gefahr von Rezidiven besteht und wie hoch sie ist.

Die gute Nachricht ist, dass Mastzelltumoren, besonders jene mit einem niedrigen Ki-67-Score unter den Tumorerkrankungen mit am besten behandelt werden können. Die Operation dient der Entfernung oder zumindest Reduktion der Tumormasse und ist die beste Form der Erstbehandlung. Besonders bei Mastzelltumoren mit höherem Ki-67-Faktor wird diese Form der Therapie oft erfolgreich von einer Chemotherapie unterstützt. Wenn der Tumor an einer Stelle sitzt, an der er schlecht entfernt werden kann, kommen noch andere Therapieformen in Frage. Zwei Arten der zielgerichteten medikamentösen Therapie sind dabei besonders zu erwähnen, weil sie in die biologischen Mechanismen eingreifen, die bei Wachstum und Verbreitung von Mastzelltumoren nötig sind.

Seit Masivet 2008 auf den Markt kam, konnte es in Form einer oralen Therapie erfolgreich zum Rückgang oder zumindest Verlangsamung der Entwicklung von Mastzelltumoren eingesetzt werden. 2020 wurde außerdem das Medikament Stelfonta für die Behandlung von Hunden zugelassen. Dieses wird direkt in das Tumorgewebe injiziert und die Ergebnisse der Behandlungen sind äußerst vielversprechend.

Diese und weitere Vorgehensweisen können Sie mit den behandelnden Tierärzten diskutieren.